Spielweise
Die Spielweise der Bodhrán ist weltweit einzigartig.
Sie wird im sitzen gespielt und steht senkrecht auf einem Bein. In der dominanten Hand hält man dabei einen Stick, die andere liegt von hinten am Fell an. Dadurch kann man den Klang dämpfen und die Tonhöhe ändern, indem man die zu spielende Fläche größer (tiefer Ton) oder kleiner (hoher Ton) macht.
Wie geht das?
| Das Triplet
| Wann? Wie oft?
Mit dem Stick in der anderen Hand schlägt man in einer halbkreisförmigen Bewegung nach unten und oben und wieder nach unten, wobei man auf dem Scheitelpunkt des Halbkreises das Fell trifft, und zwar mit dem unteren Ende des Sticks. Man schlägt also nicht wie bei einem Schlagzeug auf das Fell, sondern quais daran vorbei.
Dabei kann man entweder den nach unten gespielten Schlag (engl. down) oder den nach oben gespielten (up) betonen.
Ein Schlagmuster kann man dann unter anderem so notieren (fett = betont):
Reel (4/4):
:d u d u d u d u d u d u d u d u:
Jig (6/8):
:d u d u d u d u d u d u:
Alternativ benutzen viele Spieler auch eine andere Schlagtechnik, nämlich d d u. Hierbei wird immer das zweite down betont.
Im Jig sieht das dann so aus: d u d d u d d u d d u...
Man muß es nicht können, aber es erweitert die Möglichkeiten ungemein und macht das Spielen an manchen Stellen sogar leichter. Wer wissen möchte, wie das im Reel funktioniert, ist herzlich zu einem meiner Workshops eingeladen :-)
Beim Triplet macht man drei Schläge in der Zeit von zwei.
Man spielt ein down, bei welchem man den Stick etwas weiter durchschwingt, dadurch kommt das obere Ende ans Fell, danach zieht man das untere Ende wieder nach oben. Klingt einfach, oder?
Das Triplet ist der Teil, mit dem Anfänger oft die größten Probleme haben. Ein Triplet bewusst zu spielen ist am Anfang auch wirklich schwer. Vielmehr ist es meist so, dass man es manchmal ungewollt spielt, vor allem wenn man schneller wird.
Es passiert dann einfach, dass die Bewegung etwas größer ausfällt und man plötzlich mit dem oberen Ende des Sticks an das Fell kommt. Die Kontrolle und Reproduzierbarkeit kommen erst später. Wenn man es dann einmal kann, ist es wie mit allem leicht, wobei ich bei meinem ersten Workshop feststellen musste, dass es gar nicht so leicht ist, es beliebig langsam zu spielen.
Schneller ist eben doch einfacher...
Man kann das Triplet auf den betonten Schlag spielen oder darauf hin. Es gibt auch andere Möglichkeiten, diese sind aber weniger geläufig. Ich spiele sie meistens zum ersten betonten Schlag eines A- oder B-Teils hin weil ich finde, dass dieser dadurch noch mehr betont wird.
Auch wie häufig man Triplets einsetzt ist Geschmacksfrage.
Es gibt Spieler, die setzen sie sehr häufig ein, mehrmals pro A- oder B-Teil.
Ich spiele sie eher selten, dafür gezielt, denn ich bin der Meinung, dass zu häufige Triplets das Spiel unruhig machen und sich die betonende Wirkung durch den Dauergebrauch sozusagen abnutzt.
Triplets genau im Timing zu spielen ist gar nicht so einfach. Oft ist der Abstand zwischen den drei Schlägen nicht genau gleich lang.
Dadurch wird wie gesagt das Spiel unruhig und die Melodiespieler verunsichert. Wenn man die Triplets seltener spielt, fällt dieser Effekt nicht so sehr ins Gewicht.